Das Hamburger Naturmoebelhaus

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Technische Daten Panorama

Webarten.
Die Bezüge sind gewebte Stoffe, die heutzutage durch mechanische Verfahren hergestellt werden.
Das Verweben natürlicher Faser wird schon seit mindestens 32000 Jahren, als einem der ältesten Handwerke, angewandt. Die kulturgeschichtliche Entwicklung führte dann, über viele Zwischenstufen 1879 zur Entwicklung eines elektrisch angetriebenen, mechanischen Webstuhls. Seitdem wurde das Weben von Stoffen immer leichter und schneller.

Es haben sich drei Grundbindearten des Garns entwickelt:
- Leinwandbindung
- Köperbinding (z.B. Denim)
- Atlasbindung (z.B. Satin)

Die Bezüge aus den vielfältig gewebten Stoffen sind für die Möbelindustrie, selbstverständlich, von gößter Relevanz! Um die Qualität der Stoffe leicht handhabbar zu machen, wurden bestimmte Richtlinien formuliert, um die einzelnen Fähigkeiten darzustellen. Dazu werden bestimmte Eigenschaften der Stoffe getestet:

Scheuerfestigkeit:
Der Stoff wird anhand der Martindalemethode auf Scheuerbeständigkeit geprüft.
Die Methode simuliert eine natürliche Abnutzung eines Sitzbezuges, indem ein Muster des zu testenden Stoffes mit einer vorgegebenen Gewichtsbelastung gegen einen wollenen Standardstoff reibt. Die Testapparatur arbeitet mit 5.000 Intervallen. Gemessen wird die Zahl der Scheuertouren/Schleißzahlen (als Maßeinheit auch: „Martindale˝), die dann Schlussendlich zum Verschleiß von zwei Fäden führt. Das Ergebnis von diesem Test wird dann als „Martindalewert˝ ausgedrückt. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto beständiger das Material. Unter dem nationalen
Gesamtverband „Textil + Mode˝, werden Schleißzahlen für unterschiedliche Anwendungsbereiche von Textilien vorgegeben:
- Für Privatnutzung, bei einer weichen Polsterung, sollte der Stoff ein Wert von minimal 10.000 Martindale haben.
- Für Privatnutzung, bei einer harten Polsterung, sollte der Stoff ein Wert von minimal 15.000 Martindale haben.
Bei einer Büronutzung liegen die Minimalwerte bei 25.000 bis 35.000 Martindale.

Durch Bewegung auf dem Bezug, kann es zu Verfilzung und dann zur Knötchenbildung(den s.g. Pills) kommen.

Sie haben keinen Einfluss auf die Qualität aber natürlich auf die Ästhetik des Stoffes. Sie können recht einfach aber mit zusätzlichem Arbeitsaufwand, durch einen Fusselrasierer, wieder entfernt werden.

Pillingbildung kann auch mechanisch reduziert werden. Bevor der Stoff gewoben wird, kann das Garn z.B. mit Teflon imprägniert werden. Durch dieser Behandlung können die Fasern des gesponnen Garns nicht mehr verknoten. Ein anderer Vorteil ist, das der Stoff auch unanfälliger für Schmutz wird. 

Die Pillingskala geht von 1 bis 5,wobei der höchster Wert, den beste Widerstandswert darstellt.
Die Scheuerbeständigkeit und der Pillingwert eines Stoffes hängen damit zusammen, wie ein Stoff gewebt wurde. 
Die oben genannten Bindungsarten: Leinwand-, Köper- und Atlasbindung, sind sogenannte zweidimensionale Stoffe oder auch Flachgewebe. Bei dieser Webart werden die Fäden in zwei Richtungen verwebt und der Schlussfaden wird nicht aufgeschnitten.

Bei einem dreidimensionalen Gewebe oder auch Florgewebe, ist das Webprinzip dem Prinzip des Flachgewebes gleich, nur werden die Schussfäden oder Schlingen aufgeschnitten und der Kettfaden bleibt als Stabilisierung der Stoff unangetastet. Hierdurch kommt der Aufgeschnittene Faden hoch da Sie sehr kurz sind. Diese Schlingen liegen lose im Gewebe und können dadurch leicht aus dem Stoff gezogen werden. 
Damit dies nicht passiert, wird die Rückseite mit ein Art Kunstlatexschicht imprägniert und so stabilisiert.

Ein in der Polsterindustrie häufig verwendetes Florgewebe ist das s.g. Velours (Französisch für Samt). Die aufgeschnittenen Schlingen können bei einem Florgewebe in alle Richtungen bewegt werden, wodurch sogenannte „Sitzspiegel˝ entstehen. Diese Sitzspiegel sind technisch bedingt, stoffeigen und somit nicht zu verhindern. Möbel mit ein Velourstoff sind weich von der Haptik, sehen dynamisch aus und verleihen dem Polstermöbel ein hochwertigen Anblick.

Der Velourstoff hat in der Regel ein höheren Scheuertourenwert, da der Stoff sich mit bewegt und somit das scheueren unterbindet.
Das Flachgewebe ist, je nach Bindung, etwas anfälliger für das Scheuern, da das Gewebe in sich festliegt und sich dadurch nicht mit bewegen kann.
Um den Scheuertourenwert zu erhöhen, werden oftmals synthetische Materialien verwendet oder natürliche und synthetische Materialien werden gemischt.

Lichtechtheit.
Der Lichtechtheit eines Stoffes wird anhand der s.g. Wollskala geprüft. Der Wollskalatest wird üblicherweise mit eine Xenonhochdrucklampe als Strahlungsquelle durchgeführt. Dieses Licht ist dem Tageslicht sehr ähnlich. Die Wollskala hat acht Stufen, wovon „acht˝  den höchsten Wert darstellt.

Bei Möbelstoffe wird bis Lichtechtheit bis „fünf˝ gemessen, da dieser Wert ausreichend für den Alltagsgebrauch ist.

Die Bestimmung für Proben mit der Lichtechtheit „eins˝ dauert wenige Stunden, wogegen bei Lichtechtheit „sieben˝ und „acht˝ etwa zwei Wochen benötigt werden.